Da ich sehr häufig von Interessenten die Frage gestellt bekomme: „Werde ich denn einem Aussie auch gerecht, muss ich denn nun täglich 20 km joggen oder Rad fahren, ist er ohne ständige Beschäftigung nervös, unzufrieden oder gar gereizt?????????"Hier eine traurige Geschichte aus meinem Leben, die sich leider im September 2000 zugetragen hat.
Mein größtes Hobby neben den Aussie´s sind die Pferde - die Freizeit und Wanderreiterei.

Gegen Abend des 24. Septembers 2000 hatte ich einen ganz schlimmen Reitunfall, bei dem ich neben hohem Blutverlust, einer doppelten Oberschenkelfraktur, einer Platzwunde am Kopf noch den Verlust meines besten Freundes zu verzeichnen habe. Der Unfall ereignete sich weit draußen im Busch in unwegsamen Gelände, wo kein Fahrzeug passieren kann.
Zum Glück trug ich ein Handy bei, mit dem ich den Notarzt alarmieren konnte.
Meine Hündin Red hat sich ganz dicht an mich gekuschelt.
Plötzlich sprang sie auf, rannte davon und kam einige Zeit später mit den Rettungskräften wieder.
Ich wurde per Luftbett geborgen und wir fuhren mit dem Notarztwagen los.
Obwohl mein Lebensgefährte Red festhielt, befreite sie sich und rannte hinter dem Fahrzeug her.
Mir soll niemand sagen HUNDE KÖNNEN NICHT DENKEN ! ! ! !
Nach meinem Krankenhausaufenthalt habe ich noch ein halbes Jahr mit Rollstuhl und Krücken verbracht.
Meine Hunde bekamen in dieser Zeit nur wenig Auslauf und waren tröstende Begleiter bei meinem „auf der Couch liegen müssen".
Was ich mit meiner Geschichte erzählen will: meine Aussie´s waren auch in der bisher schwersten Zeit meines Lebens, trotz des wenigen Auslaufs wie immer treue, liebenswerte, ausgeglichene Hunde.
Betonen möchte ich DIESE ZEIT WAR NUR EIN AUSNAHMEZUSTAND.
Ein Australian Shepherd braucht DYNAMISCHE, AKTIVE Menschen und KEINE HAUS UND SOFAHÜTER ! ! !
Für die ist ein „Goldfisch im Glas" das passende Haustier.

Doch die Tragödie hat auch positive Erfahrungen mit sich gebracht. Nachdem ich endlich wieder laufen konnte, hat es mich noch viel mehr als früher in die Natur gezogen. Ich habe plötzlich Dinge wahrgenommen, denen ich früher keine große Beachtung geschenkt habe.
Ist es nicht schön, das wir hier bei uns vier Jahreszeiten haben, wie toll es ist durch raschelndes Laub zu laufen oder im Winter das gefrorene Gras unter sich knistern zu hören. Jeden Tag sieht unsere Natur anders aus. Sie schenkt uns täglich neue Farbenpracht, riecht jeden Tag anders, nach Blüten, nach Heu, nach Pilzen... Wir müssen sie nur wahrnehmen.
Zur Erinnerung an CONDOR...

Wer je so einen Freund besessen,
dessen Leben ist so reich.
Die klugen Augen kann ich nie vergessen,
ihre Treue keinem gleich.
Die Liebe, Frohsinn, Mut und Kraft uns geben,
in einem viel zu kurzen Leben.
Sie wachen über uns auf Erden,
auch wenn sie wieder Sternlein werden.